Wenn wir, sagtest du, die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter. Wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.
Wer wirklich berufen ist, Menschen zu führen, der klagt nicht über das Ungeschick seiner Helfer, über die Undankbarkeit der Menschen und über mangelhafte öffentliche Würdigung. Alle diese Unerfreulichkeiten sind normale Hindernisse im großen Spiel des Lebens.
Der Mensch ist ein Geschöpf, das nicht vom Brot allein lebt, sondern hauptsächlich von Schlagwörtern.
Menschen, die Einfluß auf andere ausüben wollen, müssen dafür sorgen, daß sie nicht zu oft zu sehen sind.
Wenn man älter wird, so lernt man eben einsehen, daß man von einem Menschen nicht alles verlangen kann und daß man zufrieden sein muß, wenn ein Weinstock Trauben trägt. In jüngeren Jahren verlangt man auch noch Erd- und Himbeeren dazu.
Die Seele aber wird immer tiefer in sich selbst zurückgeführt, je mehr man die Menschen nach ihrer und nicht nach seiner Art behandelt. Man verhält sich zu ihnen wie der Musikus zum Instrument.
Die Menschen folgen mit Vorliebe denen, die ihnen dienen und sie gleichzeitig verachten.
Leicht kann der Hirt eine ganze Herde Schafe vor sich hintreiben der Stier zieht seinen Pflug ohne Widerstand. Aber dem edlen Pferde, das du reiten willst, muß du seine Gedanken ablernen du mußt nichts Unkluges, nichts unklug von ihm verlangen. (Egmont)
Durch Vernunft, nicht aber durch Gewalt soll man die Menschen zur Wahrheit führen.