Soll ich vor Furcht eines qualvollen Lebens sterben? Soll ich dem Elend den Sieg über mich einräumen? Nein, ich will's dulden. Die Qual erlahme an meinem Stolz! Ich will's vollenden. (Moor)
Ist nicht Werther der blödeste, feigherzigste Mann? Aber es scheint, der Verfasser halte die Feigheit, welche den Schmerzen der Liebe durch den Tod entflieht, für Stärke der Seele.
Darfst du mit Frevelmut dich selbst zerstören? Das heißt den Göttern trotzen, ist Verrat am Gatten, dem du Treue schwurst, Verrat an deinen Kindern. (Oenone)
Erliegen kann ein Mann, nicht sich unmännlich halten. Erlöschen kann ein Feu'r, doch nie kann es erkalten.
Wenn der Wolf erlegt ist, beißen ihn alle Hunde.
Der ist leicht zu schlagen, der sich einmal schlagen ließ.
Wen Gott niederschlägt, der richtet sich selbst nicht auf. (Götz)
Soll man zur Beute werden, wieviel besser, dem Löwen zuzufallen als dem Wolf. (Olivia)
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Die großen Bäume reißt der Sturm aus, die kleinen biegt er.
Sie sank, weil sie zu stolz und kräftig blühte. Die abgestorbne Eiche steht im Sturm, doch die gesunde stürzt er schmetternd nieder, weil er in ihre Krone greifen kann. (Prothoe)
In einer Stunde streckt man einen Baum zur Erden, der hundert Jahre hat gebraucht, um groß zu werden.
Und viele Streich', obwohl von kleiner Axt haun um und fällen selbst die härteste Eiche. (Bote)